Gassi-Geh-Etikette (mit Hundeschul-Gewinnspiel!)

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Apr 2nd
gassigehn

Heute mache ich mal einen Exkurs in den Wald, in den Park und auf die Strasse. Dabei geht es nicht um Klamotten Styling, Essen oder meine geliebten Alltagsroboter, sondern es geht um Hunde und unser Zusammenleben bzw. Zusammentreffen mit ihnen.
Da ja gefühlsmäßig auf jeden Veganer fünf Hunde kommen, ist das Thema ganz passend denke ich ^^.

Ich habe vor einiger Zeit eine Ausbildung zur Hundetrainerin absolviert und dabei wirklich viel gelernt. Insbesondere über Kommunikation und Aggression bei Hunden. Tagtäglich kriegen sich weltweit immer wieder Hundehalter in die Haare und das nur, weil es viele Missverständnisse gibt… Ein paar von den Dingen will ich euch heute näher bringen, in dieser kleinen Gassi-Geh-Etikette.

Anleinen, wenn jemand darum bittet.

Gleich zu Anfang etwas, was wirklich nervt: Wenn mich jemand darum bittet, meinen Hund anzuleinen, dann leine ich ihn an, nach den Gründen kann ich danach immer noch fragen. Was ist denn daran so schwer dieser kleinen Bitte nachzukommen? Eventuell ist diese kleine Tat ja zu meinem eigenen Schutz oder dem meines Hundes? Woher weiß ich, dass der andere Hund nicht ansteckend krank, läufig, artgenossenunverträglich odeschlichtweg im Training ist? Ist doch wirklich kein Problem, meinem Hund für die Minute, die man braucht, den entgegenkommenden Vierbeiner und den sicher dankbaren Halter zu passieren mal kurz anzuleinen. Es ist eine Bitte und sei es nur eine Frage der Höflichkeit, komme ich dieser Bitte selbstverständlich nach. Was muss da diskutiert werden?

Nicht jeder will schmusen.

Stellt euch folgendes Szenario vor: Sommer, 30 Grad. Ringbahn. Montags. 8:00 Uhr früh. Die Bahn ist zum Bersten voll und es mischen sich arbeitswütige Bürger mit verstrahlten Partyleichen die nach drei Tagen Exzess in der Endlosschleife der Ringbahn feststecken. Es riecht nach Urin, Schweiß und billigem Parfum. Ein freier Sitzplatz. Deiner. Und jetzt drehen sich alle zu dir und wollen dich ganz lieb in den Arm nehmen und dich ganz fest drücken. und dir einmal über die Wange lecken. BÄM.

Grauenvolle Vorstellung, oder? Und warum zur Hölle sollten wir dann unsere Hunde immer wieder dazu zwingen unbedingt mit anderen Artgenossen Kontakt aufzunehmen? „Komm Puffi, so ein feiner süßer Hund, komm, sag doch mal Guten Tag“ *drück* *schieb* aber Puffi will nicht. Puffi hat einfach keinen Bock. Vielleicht hat Puffi auch Angst und signalisiert das auch, was aber nicht hilft, weswegen Puffi nur noch hilft, sich mit Zähne zeigen und evt. Abschnappen etwas mehr Luft zu verschaffen, was sein Gegenüber natürlich nicht so auf sich sitzen lassen kann. Und schon haben wir im schlimmsten Falle ne feine Klopperei. In jedem Fall aber einen Hund, der sich nicht auf euch verlassen kann, der kein Vertrauen zu euch aufbauen kann, wenn ihr ihn in solche Situationen zwingt.
Also: wenn ein Hund signalisiert, dass er kein Interesse an Kontakt hat, respektiert das bitte. Denkt an die U-Bahn.

Lasst euren Hund nicht zum Stresser werden

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Wie eben schon erwähnt, nicht jeder Hund hat Bock auf Kontakt. Da gibt es dann natürlich auch die ganz anderen Exemplare, die völlig austicken wenn sie eeeeeeendlich auf Artgenossen treffen! Auch hier ist es wichtig, dass sich eure kleine Knalltüte dem Gegenüber angemessen nähert und nicht gleich drauf losstürmt. In freier Wildbahn heisst das nämlich „Angriff“ und wird ggf. auch so beantwortet. Also übt mit eurem Hund, dass er solange bei euch bleibt bis ihr ein Signal gebt, bzw. sich mit dem Kommando „langsam“ eben langsam und deeskalierend seinem potenziellem Spielpartner nähert.

Schützt euren Hund

Rast nun ein solcher Hey-toll-ich-bin-doch-nicht-der-einzige-Hund-auf-der-Welt-Exempar auf euren Hund zu, und ist euer Fellfreund nicht grade erfreut, bietet ihm „Schutz“ stellt sanft ein Bein dazwischen, oder geht souverän dazwischen durch. Also ich meine wirklich durch GEHEN, nicht wild wirbelnd den Begrüßer zu Boden zwingen. Hunde sind Körpersprachler und die meisten verstehen sehr wohl, wenn man einfach mit einem dazwischen gestelltem Bein signalisiert „langsam“. Der Schlüssel ist „souverän“ und ruhig zu bleiben. fast desinteressiert vor den eigenen Hund gehen und ihm so Rückzug anbieten. Das nimmt die Explosivität aus der Begegnung.

Kacktüten.

Muss ich das eigentlich wirklich erwähnen? Es sollte selbstverständlich sein, dass man als verantwortungsbewusster Hundespaziergänger auch die Hinterlassenschaften wieder einsammelt und entsorgt. In einem MÜLLEIMER. Nicht in unverrottbaren Plastiktüten an einen Baum im Wald binden. Wieviel 100 Jahre braucht Plastik noch mal bis es vom Erdball verschwunden ist? Im Wald im Gebüsch lass ich die Häufchen auch liegen. Da freuen sich die Wildschweine drüber und es verrottet ohnehin. Back to nature also. Auf Gehwegen, Strassen und Parks sieht es anders aus. Da ist der beherzte Griff zur Tüte ein Muss, denn ich selbst will ganz bestimmt auch nicht in eine solche Tretmine latschen. Damit man nie um eine Tüte verlegen ist, gibt es praktische Spender die man an der Leine befestigen kann. Die kann man sogar mit verrottbaren Tüten befüllen, welche man zur Not wirklich mal ohne schlechtes Gewissen in der Natur platzieren kann.

Keine Bälle und Stöcker!

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Hunde sind immer auf ihren Vorteil bedacht. Und in ihrer Natur liegt es, sich zu nehmen was sie brauchen. Wenn das Objekt der Begierde nun einmal ein wahnsinnig interessanter Ball oder Stock eines Artgenossen ist, kann es da schon mal zu Streitereien kommen, wenn ihn beide gleichermassen begehren… Thema „Ressourcensicherung“ … Hat der Ball nun seinen Besitzer gewechselt, ist es Tiffy in der Natur herzlich egal ob das jetzt nun eigentlich Atzes Ball war…  Und so sieht man immer wieder Menschen die darüber in Streit geraten, dass Tiffy nun Atze seinen Ball… und … aber ….und überhaupt… und…. lasst einfach den Ball in der Tasche wenn andere Hunde dabei sind, und gut is. Ganz einfach.

Ausgebildet hat mich übrigens unter Anderem Stephanie Zänker damals im DogCoach Institut. Sie hat sich mittlerweile mit ihrem eigenen Ausbildungskonzept selbstständig gemacht, und bietet bei Dogmenti unter einem Dach Ausbildungen zum Hundetrainer, Hundehalter Seminare und klassische Hundeschule für Anfänger und Fortgeschrittene an. Wenn ihr der Meinung seid, dass ihr und euer Hund noch was dazu lernen können, könnt ihr hier einen Gutschein über 10% Rabatt auf einen der Hundeschulkurse gewinnen.

Dafür hinterlasst hier einfach eine lustige Anekdote mit einem Hund. Teilen auf Facebook nicht vergessen!

rudel

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