Gastblogpost von VPF Kalendergirl Yvette

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Jan 1st
Yvette_veganPinup

 

IMG_3549Heute ist nun der erste Tag des neuen Jahres, und ihr habt sicherlich alle brav euren vegan Pin-Up Kalender aufgehangen, OODDEERRRR? 😛

Dann lächelt euch jetzt divengleich in Kunstpelz gehüllt die liebe Yvette an. Yvette kenne ich schon eine ganze Weile und ich habe immer wieder auf Facebook über ihren unermüdlichen Einsatz für Stadttauben gelesen, und muss gestehen, dass mir vorher – wie sicher den meisten Städtern – gar nicht bewusst war, dass Tauben einen täglichen harten Überlebenskampf zu führen haben, und viele von ihnen ein völlig missverstandenes und trauriges Dasein fristen müssen. Yvette hat da mit ihren Infos meine Augen geöffnet, und daher, und weil es „ihr Monat“ ist, kommt sie nun mit dem ersten Gastblogeintrag auf vegan Pin-Up files zu Wort:

„Da ich scheinbar und glücklicher Weise einige Menschen erreicht habe, sich Gedanken über unsere gefiederten Nachbarn zu machen und einige Futterplätze errichtet worden sind, hatte Sally die Idee, mir und somit den Piepmätzen eine Plattform hier zu bieten und einen kleinen Blogeintrag zu schreiben. Danke Sally!
Eigentlich bin ich wirklich kein Experte, wenn es um Vögel geht, doch habe ich in den letzten Jahren stark ihre Not erkannt.

Sei es Spatz, Krähe oder Taube, alle leiden unter der Zerstörung ihrer Lebensgrundlage, verursacht durch uns Menschen.

Futterstationen für Katz & Hund unerreichbar aufhängen

Futterstationen für Katz & Hund unerreichbar aufhängen

Gerade in der Stadt sehe ich, wie eine Grünfläche nach der anderen bebaut wird, kaum noch Sträucher oder Bäume Schutz bieten und Felsenbewohner durch den Ausbau alter Dachgeschosse keine Heimat mehr finden. Notgedrungen werden Plätze bewohnt – die von uns Menschen mit Abwehrmassnahmen versehen – vielen Vögeln das Leben kosten. Aufgespiesst oder eingeschlossen ohne Ausweg erwartet sie nur noch ein langsamer Tod.

Wem dieses Schicksal erspart geblieben ist, kämpft täglich um Futter. Frisst aus der Not Pommes, Döner oder Erbrochenes. Dabei immer auf der Flucht vor trampelnden Füßen. Wusstet ihr das nur 10% der Taubenküken das erste Jahr überleben? Dabei brüten Tauben – angezüchtet von uns Menschen – das ganze Jahr. Umso schlechter die Lebensbedingungen, desto mehr. Die Stadttaube ist auch kein Wildtier, sie ist ein verwildertes Haustier, das der Mensch Jahrtausende geschätzt und beheimatet hat. Erst in den letzten 50-60 Jahren bekam die Taube unverschuldet ihren schlechten Ruf. Sie ist Opfer der Technik geworden: Heute verschickt man Nachrichten per I-Phone.

„Frei wie ein Vogel“, viele Menschen wünschen sich das. Ich würde es eher „vogelfrei“ nennen, denn die meisten städtischen  Vögel sind vollkommen rechtlos und werden heutzutage verachtet.

Auch den Kleinen macht's Spaß zu helfen (Ist das etwa ein Flughund?!)

Auch den Kleinen macht’s Spaß zu helfen (Ist das da etwa ein Flughund?!)

Vergesst nicht, in jedem dieser kleinen oder größeren Hungerleider steckt auch ein Herz, das genau wie ihr Hunger und Kälte spürt. Gerade jetzt im Winter verendet so ein kleiner Vogel innerhalb von 24h ohne Futter. Deshalb ist es auch so wichtig, Futterstationen aufzustellen.

Aber auch das ganze Jahr über könnt ihr helfen, indem ihr artgerechtes Futter zur Verfügung stellt. Es gibt online einige Shops die sich auf die Bedürfnisse von Vögeln spezialisiert haben und eine Vielzahl an Futtermischungen anbieten, genauso wie der Zoofachhandel. Achtet aber bei der Fütterung darauf, dass wenn ihr z.B. Rosinen verfüttert , diese für Hund und Katz giftig sind. Also immer so aufstellen, das die Stationen nur von Vögeln erreicht werden.

Ihr könnt natürlich auch euer Futter selber mischen es gibt auch Rezepte für Meisenknödel. Und bitte glaubt nicht, dass nach dem Winter die Vögel genug zu fressen finden. Weder Hartkörnerfresser noch Insektenliebhaber bekommen ihren Nachwuchs groß oder sich selber satt. Man hört oft, das der Nachwuchs Insekten braucht um sich zu entwickeln, und dass es eher schadet als hilft, wenn man den Eltern Futter in Form von Körnern , Sämereien oder Obst anbietet. Allerdings ernähren sich die Elterntiere dann von diesem Futter und geben dem Nachwuchs die wenigen Insekten, die sie finden!
Auch ist es ganz wichtig, den Vögeln ganzjährig Wasser an zu bieten. Im Winter gefriert alles und im Sommer ist Wasser nur an Regentagen zu finden.

Mit einem Fenstervogelhaus kann man noch zum Ornithologen werden, und Kinder können die kleinen Pieper beobachten:

Weiterhin könnt ihr helfen, indem ihr Fäden aufsammelt, in denen sich die Füße der Vögel verfangen können. Diese Verschnürungen lassen ihre Zehen absterben, verursachen extreme Schmerzen, Entzündungen und enden oft tödlich. Habt auch keine Angst, einen verletzten Vogel oder ein Jungtier aufzusammeln und einem örtlichen Vogelschutzverein zu übergeben. Selbst wenn das Tier so verletzt ist oder krank, das es erlöst werden muss, ist es ein gnadenvollerer Tod als das langsame Sterben auf der Straße.

Ich verspreche Euch, wenn ihr erst einmal angefangen habt zu füttern und zu beobachten, dann werdet ihr sehen, was für eigene kleine Persönlichkeiten im jedem Piepmatz stecken. Ihr werdet sie ins Herz schliessen und euch daran erfreuen, wie glücklich sie euer Futter annehmen!“

Seit einer Weile habe ich nun also auch immer ein kleines Beutelchen Futter dabei, und neulich im Wald ein paar Meisenknödel aufgehangen. Dabei wurde ich aufgeregt von ein paar winzig kleinen Piepern beobachtet, die sich gleich drauf machten ihr Frühstück zu inspizieren. Bis zu der Sekunde war mir gar nicht aufgefallen wieviele Vögelchen da über mir im Baum saßen… Es macht wirklich Spaß, auf diese Art ein bisschen sensibler für seine direkte Umwelt zu werden <3

Weiterführende Links:

Wildvogelhilfe zum Thema Winterfütterung

stadttaubenhilfe-online.de

 

Yvette_veganPinup

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