Gemüse und Kräuter in Hochbeet und Europalette anbauen – Oder: Wie mein schwarzer Daumen langsam grün wurde….

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Jun 22nd
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Heutzutage kann man ja eigentlich niemandem mehr trauen… Unfaire Arbeitsbedingungen, Lebensmittel aus zweifelhafter Herkunft, Pestizide und Giftstoffe an Obst und Gemüse, fälschlicherweise als Bio gekennzeichnete Nahrungsmittel, Genmanipulation, etc. pp …. Was kann man also eigentlich noch guten Gewissens essen? Diese Frage brachte mich zu dem Wunsch – wie viele andere auch – Kräuter und Gemüse einfach selbst anzubauen.

„Learning by doing und Mama fragen“

Ich fing mit Kräutertöpfen auf dem Balkon an und habe jetzt ein Hochbeet und den ein oder anderen kleinen Gemüsekasten. Und das, obwohl bei mir sogar Kakteen verdurstet sind….

Getreu dem Motto „Learning by doing und Mama fragen“ habe ich einfach angefangen die Kräutertöpfe – die man in Super- und Biomärkten kaufen kann – in grössere Töpfe mit nährstoffreicher Erde (zB Anzucht- oder Aussaaterde) umzutopfen. Und siehe da – sie gediehen prächtig!! Das funktioniert natürlich auch prima mit Blumenkästen. Kräuter lieben die Sonne und ganz wichtig: regelmässiges Giessen. (Dabei aber unbedingt Staunässe vermeiden)

Viele Kräuter sind sogar mehrjährig. So erfreue ich mich auch dieses Jahr wieder an Rosmarin, Bärlauch, Petersilie, Minze, Thymian und Oregano.

ein paar meiner Kräuter

ein paar meiner Kräuter

Glücklich sind die, die einen eigenen Garten haben und dort ein kleines Beet anlegen können. Für alle Anderen bleibt der Balkon, bzw. ist auch für die Gartenbesitzer ein „Hochbeet“ von Vorteil, da man sich so gefrässige Schnecken vom Gemüse fern halten kann und der geschundene Städter-Rücken beim ernten auch nicht so beansprucht wird…

Das Hochbeet

Hochbeet

Da ich mittlerweile durch meine Kräuter-Erfolge größenwahnsinnig geworden bin, habe ich mir im Internet kurzerhand ein Hochbeet bestellt um Gemüse anzubauen. Das Beet kostet ca 100,- € und kommt mit allen nötigen Schrauben und fertig durchlöcherter Folie zum Auskleiden. Ihr könnt es hier kaufen: Habau Hochbeet mit Ablage, Gelb, 119 x 57 x 90 cm
Ich denke, der Preis ist angemessen, da es sehr stabil und hochwertig ist. Angebote gibt es immer mal wieder im Baumarkt oder einem bekannten Einrichtungshaus aus dem Norden Europas.

Der Zusammenbau war – wie auf den Bildern zu erkennen – kinderleicht. Und damit sich Gemüse und Co auch pudelwohl fühlen, legt man im Hochbeet verschiedene Schichten an:

  1. Äste und Strauchabschnitt

  2. Rasenabschnitt, altes Laub

  3. Naturkompost (also bereits zu Kompost verfallene Lebensmittel, Rasenabschnitt etc) Wer keinen Kompost hat, kann im Baumarkt / Gartenbedarf „Rohkompost“ kaufen

  4. Nährstoffreiche Anzuchterde

Mit diesen Schichten bietet man seinen Zöglingen ein optimales Klima und verhindert Staunässe. Und sie danken es einem in der Tat mit reicher Ernte! Alles was ich dort angebaut hatte, gedieh prächtig, Radieschen, Salatköpfe und mittlerweile regelrechte Mutanten-Tomaten!

Tomaten, Salate, Gurke und Frühligszwiebeln habe ich als kleine Zöglinge bei einem kleinen unabhängigen Bioladen gekauft, die Radieschensamen ebenfalls. Man sollte auf jeden Fall auf Bioqualität achten. Manchmal kann man auch Pflanzen direkt beim Bauern kaufen.

In letzter Zeit sieht man immer mehr kuriose Pflanzenzüchtungen, Ananas-Tomate, Baileys-Pfefferminz, weiße Erdbeeren etc… rein instinktiv lass ich die Finger von sowas, so viel im Genhaushalt rumzufuschen, kann nicht gut sein, und schon gar nicht schmecken…

Hier seht ihr, wie wohl sich die Rasieschen in ihrem Bettchen fühlen:

radieschen

Düngen

Um den kleinen Schätzen noch mehr auf den Weg zu geben, kann man natürlich düngen. Herkömmlicher Dünger kommt für den gemeinen Veganer natürlich nicht in Frage, da Kuhdung enthalten ist (auch wenn es nur der Dung ist, unterstützt man so im schlimmsten Fall die Massentierhaltung und Ausbeutung des Tieres).
Aber auch hier gibt es Abhilfe: Entweder man setzt selbst Brennesseljauche an, was definitiv ökologisch und vor allen Dingen sehr kostengünstig (nämlich umsonst) ist, oder man greift auf veganen Dünger wie z.B. „Pimp my Gärtchen“ von Greenlab Berlin oder Aries zurück.  Eine Anleitung zum Brennesseljauche ansetzen findet ihr beim Bund für vegane Lebensweise.

duenger

Das Dünger fürchterlich übel stinkt ist ja allgemein bekannt, für manch einen ist es aber scheinbar ein Wohlgenuss…. -_-

pepper

DIY Beet aus Europaletten

palettefertig

Wer keinen Platz oder finanzielle Mittel für ein Hochbeet hat, der kann auch auf die gute alte Europalette zurückgreifen.
Dazu braucht man:

 

  • eine Europalette
  • entweder Bretter oder eine weitere Palette,
  • Teichfolie oder Unkrautvlies
  • Holz- oder Universalschraben (Kreuzschlitz, sonst kriegt ihr ne Macke!)
  • Schere
  • Tacker
  • Anzucht oder Kräutererde

palette04Als erstes schaut euch an wie eure Palette am besten steht, manchmal sind sie ein bisschen uneben. Dann sägt ihr entweder aus einer zweiten Palette oder aus euren Holzbrettern passende Bretter für die Unterseiten der einzelnen Kästen aus. Die müssen jetzt nicht 100% passen, Wasser muss / soll / darf ablaufen.


Nun dreht ihr die Palette um und beginnt die Bretter mit dem Akkuschrauber anzuschrauben. OBACHT. Das Palettenholz ist mörderhart, am besten lasst euch helfen oder platziert eure Hände beim Festhalten so, dass ihr für den Fall des Abrutschens euch mit dem Akkuschrauber nicht in die Hand hackt wie ich. Sonst wird aus dem grünen nämlich ganz schnell ein roter Daumen….

palette07a

 

Nun die Palette wieder umdrehen, Teichfolie oder Unkrautvlies zuschneiden und von innen in die nun entstandenen Blumenkästen tackern. In die Folie ein paar Löcher stechen, damit das Gießwasser ablaufen kann.

Und nun könnt ihr bereits Erde einfüllen, Samen aussähen oder eure Zöglinge stecken!

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Ich finde, es gibt nichts tolleres, als einfach in den Garten zu latschen und sich dort sein Mittagessen zusammenzustellen. Ausserdem wird einem bewusst, wieviel Zeit es braucht bis so ein Salatkopf gewachsen ist, und wieviele Sekunden um ihn zu verputzen…

Man lernt, seine Lebensmittel zu schätzen und es ist erstaunlich, dass man mit einem noch so schwarzem Daumen doch etwas wachsen lassen kann! Mir macht es viel Freude, die ersten zaghaften kleinen Sprossen zu entdecken und dann zu beobachten, wie sie zu großen, starken Pflanzen heranwachsen. Ich bin jedes Mal schon fast ein bisschen traurig, sie zu ernten. Aber nur fast. :-)

gurken

Zum Schluss gibt es noch einen kleinen Buchtip: Peaceful gardening von Susanne Heine. Ein Praxisbuch zum bioveganen Gärtnern

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