Matcha, was ist das eigentlich?

in Allgemein, Essen & Trinken  0 comments
Mrz 31st
image1

Mittlerweile kann man ihm gar nicht mehr entkommen, dem ominösen MATCHA. Lebensmittel werden verkaufsfördernd mit ihm aufgewertet, sämtliche Hersteller werben damit, den besten zu haben, von „edel“, „sortenrein“ und „aufwendiger Herstellung“ ist die Rede… Aber was steckt denn nun dahinter?

buddhaDer teilweise sehr hohe Preis lässt zumindest vermuten, dass es sich wohl um was ganz besonderes handeln muss…

Fakt ist, Matcha ist ein Teepulver, welches meist aus der Grünteesorte Tencha gewonnen wird. Seinen Ursprung hat Matcha in Japan, wo schon buddhistische Mönche und Samurais im 12. Jahrhundert das Grünteepulver zu sich genommen haben. Den Mönchen ermöglichte der Konsum von Matcha ein gesteigertes Maß an Konzentration während der Meditation und dennoch gleichzeitig eine tiefe innere Ruhe. Bei den Samurais war das grüne Pulvergetränk vor allen Dingen als „Energie-Booster“ vor langen und ausdauernden Kämpfen beliebt.

Und das ist auch, was Matcha ausmacht:

Seine besondere „Zenergie“, die Fähigkeit, sich ausgeglichen und gleichzeitig energetisiert zu fühlen.

Eben nicht so aufgeputscht wie mit Kaffee und nicht so müde wie mit manchen beruhigenden Tees. Das Beste von allem sozusagen! Ich mag mir mittlerweile nur ungern einen Start in den Tag ohne meinen geliebten Haselnuss-Dattel-Matcha-Shake vorstellen. (Das Rezept findet ihr am Ende des Artikels)

Es heisst, der buddhistische Priester Eisai hat 1191 nach seiner Ernennung zum Zen-Lehrer die ersten Tee-Samen nach Japan gebracht. Er soll auch der erste gewesen sein, der die Grünteeblätter gemahlen und in pulverisierter Form zu sich genommen hat. „Ma“ bedeutet übrigens Pulver und „cha“ Tee.

Abgesehen davon dass einen Matcha „wach hält“ und die Konzentration steigert, gibt es noch einige andere gesundheitliche Vorteile:

  • Stärkt Herz- und Blutkreislauf
  • Senkt den Cholesterinspiegel
  • zügelt den Appetit und hilft so beim Abnehmen
  • Katechine sollen den Fettabbau fördern
  • regt den Stoffwechsel an
  • wachstumshemmende Wirkung auf Krebszellen
  • verbessert das Immunsystem
  • Schützt die Haut vor freien Radikalen

Schauen wir uns diesen Alleskönner doch mal etwas genauer an:

Herstellung

matcha-field2Was ihn so teuer macht ist unter Anderem seine Herstellung: Die Teeblätter reifen vollbeschattet heran. Das heisst, die Teeplantagen werden vier Wochen vor der Ernte mit lichtundurchlässigen Tüchern oder Matten abgedeckt. So gelangt nur noch 10% des Sonnenlichts an die Pflanzen. Die Blätter strecken und recken sich und werden breiter um so viel verbliebenes Sonnenlicht wie möglich einzufangen. Die Blätter werden so breiter und feiner, wodurch das Mahlen der Blätter begünstigt wird. Ausserdem beginnen die Blätter so vermehrt Chlorophyll (daher die giftgrüne Farbe!) zu produzieren, und ihr natürlicher Anteil an Antioxidantien und Phyotonährstoffen und Aminosäuren erhöht sich, während die Produktion von Gerbstoffen verringert wird.

Dadurch entsteht auch der unverwechselbare feine Geschmack des Matcha.

Nach der Ernte werden die Blätter sofort in heißem Wasserdampf gedämpft und danach getrocknet. Anschliessend werden Stängel und Äderchen entfernt, wodurch nur noch feinste Blatt-fetzen übrig bleiben. Nun haben wir Tencha.
Um aus Tencha Matcha zu machen, werden die feinen Fetzen auch heute noch mit Granitsteinen gemahlen.
Es gibt nur wenige Teebauern die die Herstellung eines perfekten Matcha beherrschen, ein weiterer Grund für den hohen Preis.

matchavergleichEs gibt sehr große Qualitätsunterschiede und aufgrund seiner wachsenden Beliebtheit lungern natürlich auch wieder die Profitgeier und schleudern gepanschten und qualitativ minderwertigen Matcha für horrende Preise in die Regale.

Qualitativ hochwertigen Matcha erkennt man schnell an seiner Farbe: Giftgrün muss er sein. Also wenn er nach Hulk’s Gesichtspuder aussieht, dürfte es ein guter sein.

Meine derzeitigen Lieblingsmatchas sind die von Attila Hildmann und Imogti

 

Zubereitung

Traditionell wird Matcha eigentlich in einer japanischen Tee-Zeremonie zubereitet, dem sogenannten Tee-Weg. Da kann’s schon mal ein Stündchen dauern, bis man endlich das ersehnte Heissgetränk in den Händen hält… Es gibt einen speziellen Teeraum, spezielles Teegeschirr, spezielle Teemister, etc… Der Tee-Weg ( chado) geht ebenfalls auf den Zen-Buddhismus zurück. Man soll so aus einer alltäglichen Handlung eine meditative Übung machen und die einfachen Dinge zu ehren wissen. Mehr über den Tee-Weg hier.

Für uns Europäer kürzt sich die Zubereitung etwas ab, dennoch ist die traditionelle Zubereitung schnell gemacht und das Zubehör nicht sehr teuer. Man nehme: Bambusbesen, Bambusöffel, Schale, 70ml 80°C heisses Wasser, und natürlich Matcha (2 gehäufte Bambuslöffel voll) .

Einfach Wasser im Wasserkocher kochen und dann bei geöffnetem Deckel 10 Minuten abkühlen lassen, dann sollte das Wasser 80°C haben. Würde man den Matcha mit siedendem Wasser übergiessen, würden viele seiner wertvollen Inhaltsstoffe zerstört werden.

Nun kann man ihn entweder gleich so trinken, oder mit Hafer-, Dinkel-, Reiskokos- oder jeder anderen Pflanzenmilch aufgießen, eine Prise Salz, ein bisschen Vanille dazu, und mit Agavendicksaft, Stevia oder Reissirup süßen.

 

Variationen

Alternativ kann man ihn auch gleich als Shake zubereiten:

  • 300ml Hafermilch
  • 1 Tl Matchapulver
  • 1 El Agavendicksaft
  • Prise Salz
  • ½ Tl Vanillepulver
  • Eiswürfel (optional)

Sämtliche  Zutaten ab in den Mixer und Vollgas.

Ihr könnt richtig kreativ werden, als Postworkout-shake haue ich zB auch noch gerne eine Banane mit dazu, probiert euch einfach aus. Mein derzeitiger Lieblingsshake ist mein

Haselnuss-Dattel-Matcha-Shake

  • 300l Haselnussmilch (ungesüsst, am besten selbstgemacht)L1003497
  • 2 frische Datteln
  • 1 guten Teelöffel Matcha
  • 1 El Agavendicksaft
  • 1 Tl Vanilleextrakt
  • Prise Salz

Matcha eignet sich auch sehr gut zum Kauen, im Netz findet ihr eine Vielzahl von (veganen) Matcha-Rezepten, besonders beliebt scheinen Matcha-Cupcakes und Matcha-Kuchen. gebt ruhig englische Suchbegriffe ein, da findet man meist noch mehr.

Zuletzt habe ich Matcha-Energiekugeln ausprobiert:

Matcha Zenergy Balls

  • 50g Macadamia-Nüsse
  • 50g Kokosmehl (oder einfach Kokosflocken fein mahlen)
  • 1 Tl Matcha
  • 1 El frisch gepresster Zitronensaft
  • 1 Tl geriebene Zitronenschale (auf Bioqualität achten)
  • 2 El Agavendicksaft
  • 1 El geschmolzenes Kokosöl
  • 3- 4 frische Datteln (entkernt)
  • diverse Toppings, zB: Kokosflocken, Sesam, Kakao, mehr Matcha, Gojibeeren

Alles im Mixer vermengen bis eine zähe Masse entsteht, kleine Kügelchen formen und in „Topping“ wälzen, oder kleine Herzen aus Gojibeeren draufsetzen.

 

Früher brauchte ich morgens immer meinen Kaffee, aber seitdem ich jeden morgen Matcha trinke, ist das längst vergessen… probiert’s doch einfach mal aus!

Hier noch ein paar Rezepte:

Samurai Shakes

Chocolate Matcha Butter Cups 

Matcha Chocolate Muffins

Matcha Eis

 

 

 

Kommentar verfassen