The Bowl Berlin – Clean Eating und was ist das eigentlich?

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Mai 7th
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In Berlin hat ein neues Restaurant aufgemacht. *gähn langweilig*. Aber es ist ein veganes! *jaja, das wievielte dieses Mal?*. Aber jetzt ist alles anders! *ja klar…* es geht um Clean Eating! *Aha?! Erzähl mehr*

Also gut wir sind in Berlin ja wirklich sehr verwöhnt was vegane Ernährungsmöglichkeiten angeht, von Fast Food bis hochklassiger Roh-veganer Küche ist quer durch sämtliche Kulturen alles dabei. Nur etwas fehlte…. Etwas reines, pures, etwas für Geist und Körper. Die wirklich gesunde Seite der veganen Ernährung und nicht die, die stetig versucht „Ersatzbefriedigungen“ anzubieten. Vegane Ernährung so zu präsentieren wie sie im Kern ist und aus der Natur kommt: Pur, unverändert, ohne Konservierungsstoffe und ohne Geschmacksverstärker.
Das alles verspricht nun „The Bowl“ – ein neues plant based Restaurant direkt über dem Veganz Supermarkt in Berlin Friedrichshain. Die sympathischen Strahlegesichter Christoph Rempel (Gründer des Goodies Café) und Jennifer Anglim entschieden sich zu diesem in Berlin neuartigem Konzept und man merkt sofort beim Betreten der neuen Lokalität wieviel Liebe und Überzeugung dahinter steht.

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Aber nun wollen wir doch erstmal schauen was „Clean Eating“ überhaupt bedeutet:

Das Prinzip ist so simpel wie (manchmal) komplizert in der Anwendung:
Verzichte auf industriell verarbeitete Lebensmittel, verzichte auf ungesunde Fette (Transfette), auf Kristallzucker, auf Konservierungstoffe und künstliche Zusatzstoffe. Simpel. Kompliziert daran ist nur, dass man heutzutage im Supermarkt kaum noch so etwas reines findet. Selbst Obst und Gemüse sind oftmals mit Pestiziden behandelt, in vielen Nahrungsmitteln ist Zucker enthalten und ellenlange Listen von kryptischen Inhaltsstoffen lassen einen überlegen, ob es sich wirklich noch um ein „Lebensmittel“ handelt, oder vielleicht doch eher auf den Giftmüll gehört…. Man muss schon genau hingucken, bzw. am Besten doch alles selbst machen, denn dann weiß man wenigstens woran man is(s)t.
shutterstock_153366326Ich habe letztes Jahr 8 Wochen lang versucht, komplett auf industriell gefertigte Lebensmittel zu verzichten und es hat mir unheimlich gut getan! Man fühlt sich unbeschwerter, in der Tat ist man weniger „aufgedunsen“, und der Körper dankt es einem mit einer besseren Fokussiertheit und Power, da er weniger mit der Entgiftung sämtlicher Zusatzstoffe beschäftigt ist. Und überschüssige Pfunde purzeln auch.
Um alles selbst herzustellen braucht man natürlich Zeit, da ist es ratsam, Essen zB am Wochenende vorzubereiten und in Tupper im Kühlschrank zu lagern. Vorbereiten lassen sich besonders gut: Quinoa, Vollkornreis, Bohnen, Guacamole, Saucen, „Hackfleisch“ aus Nüssen, etc …  Brot ist im Übrigen auch ein hochverarbeitetes Lebensmittel, da bietet es sich an zum Frühstück z.B. lieber auf die Overnight Oats zurückzugreifen, die man ja auch schon prima am Abend vorher vorbereiten kann.
Dabei ist es aber wichtig auf die Nährstoffe zu achten:

  • komplexe Kohlenhydrate (statt weißem Reis Vollkornreis, Quinoa), die optimal vom Körper verwertet werden und einen lange satt halten
  • Eiweiß, zB durch Tempeh, Tofu, Kichererbsen, Haferflocken, Bohnen, Nüsse etc…
  • gesunde Fette: z.B. Kokosöl, Avocado, etc.
  • natürliche Süßungsmittel: z.B. Stevia, Agavendicksaft, Datteln, Kokosblütenzucker, Xylit, etc…
  • Vitamine durch Grünzeug, Obst und Gemüse

shutterstock_133098473Es ist vielleicht eine der ursprünglichsten Arten, sich zu ernähren und es ist immer wieder erstaunlich wieviel Mutter Natur zu bieten hat, wenn man erstmal anfängt, sich damit zu beschäftigen.
Alles ist reine Gewöhnungssache: der Zucker im Kaffee, das Salz auf der Stulle. Man kann sich recht gut wieder davon entwöhnen und die eigenen Geschmacksknospen entdecken auf einmal die feinen ursprünglichen Geschmäcker die einem sonst verborgen blieben.
Probiert es doch mal aus! Hier habe ich einige Links für euch zusammengestellt:

vegan clean eating
my Vega
eat clean
pinterest

Zurück zu „The Bowl“:

Jetzt wisst ihr nun, was das Konzept hinter’m „Clean Eating“ ist. Wie toll ist es also, unterwegs zu sein, in ein Restaurant zu gehen und ohne schlechtes Gewissen, bzw. mit dem Wissen, alles ist Bio, pflanzlich, clean und mit Liebe gemacht, zu schlemmen!? … Sehr toll!

Das Essen wird grundsätzlich in Schalen, also in „Bowls“ serviert. in amerikanischen Kochbüchern bin ich schon öfter über Rezepte für solche Bowls gestolpert, die alle wichtigen Nährstoffe in einer Schüssel vereinen und noch dazu sehr sehr lecker sind. Quasi ein Mehr-Gänge-Menü in einer einzigen Schüssel. So auch bei „The Bowl“! Es gibt verschiedene Bowls mit verschiedenen Themen: Mexican Bowl, Makro Bowl, Italian, Falafel, California, etc… Neben klassischem Gemüse, Reis, Quinoa und anderen üblichen Verdächtigen finden sich auch einige „Superfoods“ wie zB Hanfsamen in den Bowls wieder.

Das alles wollte ich mir natürlich live ansehen und war gestern, am 5.5.2015 bei der Eröffnung von „the Bowl“ und habe mir eine köstliche „Mexican Bowl“ gegönnt. Drin war: gegrillter Maiskolben, Guacamole, Wildreis, mexikanische Bohnenmischung, Salat, Sprossen, Tomaten und eine grandiose typisch mexikanische Molesauce (auf Kakaobasis). An unserem Tisch wurde es sehr still, denn wir waren alle damit beschäftigt unsere Bowls voller Genuss und Gier zu leeren. Die Zutaten hören sich im ersten Moment vielleicht nicht allzu spannend an, aber sie sind wunderbar gewürzt und raffiniert geschmacklich aufeinander abgestimmt, so dass auch Menschen die mit dieser Ernährungsform sonst nicht allzu viel am Hut haben, sich nach Genuss einer solchen Bowl alle 10 Finger ablecken.
Dazu gab’s noch eine der hausgemachten Limonaden, mein absoluter Favorit war „Lemon-Mint“. Nach so einer Schale des Glücks ist man angenehm satt, nicht so vollgefressen und wirklich zufrieden! Die Angestellten sind allesamt auch zuckersüß und es ist schön, seine Zeit dort zu verbringen. Ergattert man einen Platz am Fenster kann man gemütlich dem chaotischen Treiben auf der Warschauer Strasse zusehen.
Ich werde sicher oft dort sein und ich muss sagen, mein Besuch dort hat mich dazu inspiriert wieder ein bisschen „cleaner zu eaten“.

Ich kann euch nur empfehlen, mal bei The Bowl in der Warschauer Str. 33, 10243 Berlin in der Zeit von 10:00 -23:00 Uhr (täglich) vorbei zu schauen. Jede Bowl kostet um die 10,-€ und sie ist ihr Geld mehr als wert.

Als kleinen Vorgeschmack könnt ihr euch ja selbst mal eine Bowl zubereiten, hier eines meiner Lieblings-Bowl-Rezepte von Sarah Kramer aus „The Garden of Vegan“

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Dragon Bowl Rezept

Zutaten für die Bowl:

  • 200 g Vollkornreis (ungekocht)
  • 150 g Grünkohl (ausserhalb der Saison Tiefkühlware oder Spinat)
  • 2 Karotten, gerieben
  • 2 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
  • 200 g Tofu

Zutaten für das Dressing:
(ihr könnt auch jedes andere Dressing ausprobieren, aber das hier ist das beste auf der ganzen Welt!)

  • 1 Frühlingszwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 El Ahornsirup
  • 4 El Apfelessig
  • 1 Tl Dijon Senf
  • jeweils 1 Tl: Schnittlauch, Dill und Petersilie (frisch)
  • 60 ml Olivenöl
  • 60 ml Wasser
  • Salz und Pfeffer

Den Reis nach Anleitung in einem großen Topf kochen, sobald der fertig ist, von der Herdplatte nehmen und die restlichen Bowl-Zutaten ohne umrühren zufügen. Deckel rauf und ca 5-10 Minuten dampfgaren (Hitze reduzieren!).

In der Zwischenzeit alle Dressing-Zutaten in den Mixer knallen und anmachen.
Den Topfinhalt auf 2 Schalen verteilen und das Dressing rüber geben.

Genießt es!

Essen ist Liebe, also sei gut zu dir und mach dir was feines, cleanes!

hier noch ein paar Links:
Veggie Dragon, Buddha, Macro Bowls
schnelle Burrito Bowl
Yummy vegan Macro Bowls

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